Die Forschungsagenda Infrastrukturen

Hochwertige Infrastrukturnetze bilden eine wesentliche Voraussetzung für Industriegesellschaften, schaffen Wohlstand und bieten Lebensqualität. Infrastrukturen werden zukünftig durch das wirtschaftliche und kulturelle Zusammenwachsen Europas immer stärker belastet und an neue Anforderungen angepasst werden müssen. Zusätzlich ändern sich Rahmenbedingungen, z. B. durch die demografische Entwicklung und das Entstehen neuer Märkte, aber auch durch steigende Ölpreise und ggf. durch Klimaänderungen. Um diesen Herausforderungen gewachsen zu sein, müssen die Infrastrukturnetze leistungs- und zukunftsfähig gestaltet werden. Obwohl der Ausbau der Infrastruktur auf eine lange Tradition zurückblickt, sind Innovationen nötig, um sich diesen neuen Herausforderungen zu stellen. Die Forschung auf diesem Gebiet ist in Deutschland zu verstärken.

Die Gestaltung der Zukunft liegt im Focus der Forschungsagenda Infrastrukturen.

  • Innovative Prozesse und Produkte: Verfahren zum automatisierten Bau und zur Industrialisierung der Bauprozesse, erhaltungsfreundliche und rückbaubare Bauweisen, innovative Baustoffe und Konstruktionen, Verfahren zur verbesserten Nutzung der Infrastrukturnetze
  • Mobilität, Verfügbarkeit und Vernetzung: Mobilitätsmanagement als Dienstleistung für die Gesellschaft, Incident Management, Baustellenmanagement, Faktoren der Verkehrsverlagerung
  • Sicherheit und Schutz: Bewertung der Infrastrukturen hinsichtlich Verkehrssicherheit, zukünftige Anforderungen an die Sicherheit, Schutz der Infrastruktur (Security), Intelligente Infrastruktur, Sicherheit & Schutz und Mobilität
  • Nachhaltigkeit: Nachhaltiger Einsatz von Baustoffen, Life-Cycle-Cost / Life-Cycle-Design, Qualitätskriterien und Qualitätssicherung, Berücksichtigung zukünftiger Entwicklungen (z. B. Verkehrsaufkommen, Fahrzeugflotte etc.), neue Betriebs-, Vertrags-, und Finanzierungsformen, Schonung von Ressourcen, Energieeinsparung, Immissionen, lärmarme Straßen
  • Wissenskompetenz und Wissenstransfer: Internet-Plattformen (auch für Regelwerke).

Die Deutsche Bauwirtschaft ist im Wesentlichen klein- und mittelständig strukturiert. In diesem Bereich findet trotz staatlicher Förderung kaum Eigenforschung statt. Die in der Bauindustrie hingegen durchgeführte Forschung wird von den öffentlichen Förderprogrammen kaum unterstützt. Es bedarf öffentlicher Anreize, um eine innovative Forschungslandschaft zu etablieren. Zur Förderung neuer Konzepte und Technologien beim Bau und bei der Erhaltung haben das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und die Spitzenverbände der Deutschen Bauwirtschaft u. a. die Innovationsoffensive Straßenbau gestartet. Die Arbeitsgruppe Networks der German Construction Technologie Platform (GCTP) hat die Forschungsagenda in Verbindung mit den bedeutenden zukünftigen Forschungsthemen mit Bezug zur Bauforschung erarbeitet, um die Forschung auf dem Gesamtgebiet der Infrastrukturen weiterzuentwickeln.

Ein wesentliches Merkmal der Forschung im Bereich der Infrastrukturen ist die zunehmende Bedeutung interdisziplinärer Ansätze. Es ist entscheidend, dass neben den klassischen, primär aus dem Bauingenieurwesen heraus geprägten Forschungsansätzen die Erkenntnisse und Technologien der Informations- und Kommunikationstechnik, aber auch der Geodäsie, Geografie und Gesellschaftswissenschaften bis hin zu den ökologischen und ökonomischen Disziplinen eingebunden werden.

 

Forschungsagenda Infrastrukturen

Kurzinformationen zur Arbeitsgruppe Networks

 

Last update:Wednesday, May 25/2011