Arbeitsgruppe: Quality of Life (Lebensqualität)

Zukünftige Lebensqualität

Die Lebensqualität der Menschen in Europa wird in Zukunft in starkem Maße von der Qualität und der Sicherheit der Gebäude und der Qualität des Innenraumklimas abhängen. In Europa verbringen die Menschen heutzutage ungefähr 90 % ihrer Zeit in Gebäuden. Der qualitätsbewußten Errichtung von neuen Gebäuden, aber auch der Bewertung und Verbesserung der Qualität von bestehenden Gebäuden kommt dabei eine immer größere Bedeutung zu. Für die Lebensqualität sind dabei die Sicherheit der Gebäude vor Feuer, Wasser und Wind und die Verbesserung des Innenraumklimas von grundlegenderer Bedeutung. Der demographische Wandel und die zunehmende Migration von Menschen in die Ballungszentren sowie der allgemeine Rückgang der Bevölkerung, der zu einem erheblichen Leerstand in besonderen Regionen führt, stellen die Gesellschaft vor große Herausforderungen. Ein großer Forschungsbedarf resultiert aus diesen Herausforderungen, die ganz neue Anforderungen an neue und bestehende Gebäude darstellen.

 

Internationales Umfeld

Die Bauindustrie muss sich heute einer internationalen Konkurrenz stellen. Das gilt nicht nur für Projekte im Ausland, sondern auch zunehmend für Projekte in Deutschland. Europäische und internationale Harmonisierung von Normen und Vorschriften haben direkten Einfluss auf Qualität, Produktion und Kosten von Bauprodukten und Gebäuden. Um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu erhalten, muss sowohl die deutsche als auch die europäische Industrie ihre Forschungsanstrengungen verstärken. Dabei ist es wichtig, die Kräfte europaweit zu bündeln, um so maßgebende Schritte in Richtung innovativer Produkte zu gehen.

 

Aufgaben der Arbeitsgruppe

Die Aufgabe der Arbeitsgruppe besteht in der Identifikation des zukünftigen Forschungsbedarfs im Bereich der Lebensqualität. Themenkomplexe sind beispielsweise:

 

Naturkatastrophen

  • Vorhersage und Beherrschung von Naturkatastrophen (z.B. Schaffung neuer Retentionsräume, Risikoanlayse rutschgefährdeter Hänge)
  • Bewertung von geschädigter Bausubstanz (Ad hoc Maßnahmen)
  • Wiederherstellung primärer Infrastruktur (Life Line Concept), z.B. Krankenhäuser
  • Kurzfristig verfügbare Systeme zur Versorgung mit Wohnraum, Wasser, Energie

 

Verbesserung der bebauten Umgebung für den Menschen

  • Ganzheitliche Betrachtung bezüglich der Anforderungen an:
    Energieeffizienz, Brandschutz, Schall, Immissionen, Behaglichkeit, Innenraumklima, Soziologische Aspekte, Qualitätssicherung, Innovations- und Wartungszyklen, Sicherheit
    Bewertung des Bestands unter den Aspekten der Stadterneuerung (Nachhaltiges Bauen im Bestand)
    Rekultivierung von Industriebrachen, Altlastensanierung
  • Sichere Gebäude: Bewertung der Sicherheit von Gebäuden und Schutz vor natürlichen und menschlichen Einwirkungen wie Feuer, Wasser, Erdbeben, Wind und Terror, Optimierter Einsatz von Kosten für Maßnahmen der baulichen Sicherheit
  • Gesunde Gebäude: Bewertung und Reduzierung von Einwirkungen aus Lärm, Erschütterungen, tief- und hochfrequente elektromagnetische Wellen, Verbesserung des Innenraumklimas (Reduzierung von Krankheiten in Folge mangelhaften Innenraumklimas wie Sick-Building-Syndrom) und Optimierung der Licht-Verschattungsverhältnisse
  • Umweltfreundliche Gebäude: Energie/CO2-Bilanz, Rückbau und Recycling, Reduzierung von Emissionen und Abfall bei der Herstellung

 

Für weitergehende Informationen wenden Sie sich bitte an den Leiter der Arbeitsgruppe Quality of Life, Herrn Dr.-Ing. Volker Cornelius.

Zuletzt geändert:25.05.2011